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Joulu - Joulupukki ja tontut

Wie ihr ja alle wissen solltet, kommt der Weihnachtsmann aus Finnland.
Genauer gesagt, aus Lappland und zwar hierher:


Dort bei dem grünen Punkt befindet sich nämlich ein Berg mit Namen Korvatunturi. Hier wohnt und werkt der Weihnachtsmann, schon seit sehr langer Zeit... Aussehen tut es dort so (wer genau hinguckt, sieht vielleicht sogar einen kleinen Hinweis auf seine Anwesenheit...):


Aber natürlich kann selbst der Weihnachtsmann den ganzen Weihnachtsaufwand nicht ganz alleine bestreiten. Dafür stehen ihm zahlreiche kleine Helfer zur Seite... genau, die Weihnachtswichtel. In Suomi hören die auf den putzigen Namen: ('joulu-)tonttu'. Über deren Aussehen ist man sich nicht so ganz im klaren, wahrscheinlich gibt es einfach verschiedene. Und letztendlich kann sowieso jeder ein 'tonttu' sein, der dem Weihnachtsmann gerne helfen möchte, anderen Menschen Freude zu machen. Darf ich vorstellen?: Milli, Miks und Maks, drei der fleissigen kleinen Wichte.


Interessant zu betrachten ist auch das finnische Wort für den Weihnachtsmann: 'joulupukki'. 'joulu' ist Weihnachten, das ist ja ganz klar. Aber 'pukki'? Es ist keineswegs ein Wort für 'Mann', wie man vielleicht vermuten möchte, nein. 'pukki' ist vielmehr die Bezeichnung für das hier:


Was hat nun ein Ziegenbock mit Weihnachten zu tun? Genau weiss ich es auch nicht. Vielleicht gab es früher hier die Sitte, dass ein Ziegenbock die Geschenke bringt? Auf jeden Fall aber gibt es noch eine andere, ursprünglichere Art von 'joulupukki', nämlich diese:


Die gab es vermutlich auch schon, bevor der beleibte, kinderliebe Herr mit dem roten Mantel überhaupt jemandem in Gedanken kam...
3.1.07 09:50


Joulu - Ruuat

Essen... ja ja. Weihnachten war die reinste Fresszeit hier! Aber wenn das Zeug auch alles so lecker ist. Darf ich bekanntmachen? Ich fang einfach mal am Weihnachtsmorgen an, sprich, am 24... da gibt es traditionell finnisch 'riisipuuro', Milchreis. Dieser wird auch zu anderen Jahreszeiten gegessen, doch meines Wissens nach immer gesalzen, nur an Weihnachten mit Zimt und Zucker. Im Brei ist eine (oder auch zwei, wie bei uns) Mandel versteckt, wer sie findet, bekommt Glück.

Riisipuuro


Als nächstes folgt das Weihnachtsmenue... Unmengen von verschiedenen Sachen werden aufgetischt und natürlich muss von allem probiert werden. Da wären also zu nennen:

Rosolli, eine Art Salat aus Kartoffeln, Äpfeln, Roter Beete, Essiggurken und noch so einigem Undefinierbarem, mir schmeckt er nicht so prickelnd, weil ich Rote Beete nicht mag.


Verschiedene Arten von 'laatikko', das beschreibt immer irgendeine Art von Auflauf. Es gibt da (unter Anderem):
Maksalaatikko (Leberauflauf)

(Solltet ihr sagen, das sieht aus wie Hundefutter: Psssst, das schmeckt auch so!)

Perunalaatikko (Kartoffelauflauf)


Lanttulaatikko (Steckrübenauflauf)


Porkkanalaatikko (Karottenauflauf)


Genug von 'laatikot'. Weiter im Text... Sehr wichtig ist natürlich der Weihnachtsschinken: 'joulukinkku'. Er war (vor allem früher) ein sehr grosser und entscheidender Teil des Weihnachtsmahls, und oft ass die ganze Familie bis Ende Januar an einem Riesenschinken. Heute ist er meist nicht mehr so gross, aber fehlen darfs auf keinen Fall!
Was ich ganz lustig finde, ist, dass mich das ganze ein wenig an unser bayerisches 'Gselchts' erinnert... Lecker, jedenfalls.

Joulukinkku


Wichtig sind ausserdem alle Möglichen Arten von Salzfisch (also, eingelegtem Fisch). Meine Familie mag die allerdings nicht so gerne, deswegen gabs bei uns nur 2 verschiedene.

Sowieso dabei (wie bei allen Festivitäten): 'karjalanpiirakka', gegessen mit 'munavoi' (Eibutter, ganz klar: Butter vermischt mit Eistückchen oder Eistückchen mit Butter?). Wie auch immer, dieses Gebäck ist allerdings eher typisch für Karelien, also den Osten Finnlands wo ich wohne. Und leeeecker!


Zum Schluss die "Nachspeisen":
'luumukermarahka', eine Creme aus Sahne, Pflaumen und so, sääähr lecker!, und 'kiisseli', eine Art Obsteintopf, der total eklig aussieht, aber irre gut schmeckt. An Weihnachten mach man ihn aus Trockenfrüchten oder Pflaumen. Übers Jahr verteilt gibt es ihn aber auch mit anderen Früchten: Äpfel, Beeren etc. Kiisseli wird bevorzugt auch (wie könnte es anders sein ) mit Sahne gegessen, ob geschlagen oder nicht. Am besten ist natürlich Luumurahka und Kiisseli zusammen.

Luumurahka


Kiisseli


Sodale, das waren sie, die wichtigsten Finnischen Weihnachtstagsspeisen. Ach halt! Ich hab ganz vergessen, die Vorweihnachtszeit... ay, dafür mach ich nen neuen Eintrag. Bis denne...
3.1.07 10:14


Joulu - Adventti

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann... moment! Nix eins, zwei, drei, vier. Lichter brennen hier zwar viele, aber der Adventskranz ist hier sehr unbekannt. Nicht unexistent zwar, aber lange nicht so populär wie in Deutschland.
Was gibt es dann, was die Weihnachtszeit so schön und kuschlig macht hier im hohen Norden?
Nuuuja, mit Anfang des Weihnachtsmonats Dezember (der auf finnisch auch wirklich so heisst: 'joulukuu', Weihnachtsmond), beginnen die 'pikkujoulu'-Feiern. 'pikkujoulu', wasn das? Es heisst wortwörtlich "kleine Weihnachten" (pikku-joulu), und bezeichnet all die kleinen Feiern, die vor Weihnachten meist Nachmittags oder Abends stattfinden: In Vereinen, Firmen, Schulen, Kindergärten, Privathaushalten, echt überall... Da zieht man sich festlich (mehr oder weniger) an, sitzt gemütlich beisammen, singt Weihnachtslieder und trinkt Glögi. Zu Essen gibts natürlich auch was, typisch sind 'karjalanpiirakka' (s. Jouluruuat) und 'joulutortut'. Ausserdem selbstverständlich 'piparkakut'.
Oft gesehen auf diesen Feiern habe ich auch 'tonttuhattu'. Eine Wichtelmütze, im Prinzip diese roten Bommelmützen mit weissem Rand. Die trägt hier jeder; grade während der Adventszeit fällt man damit nicht wirklich auf. (Für Fotos siehe z.B. Bilderblog, kakkosten yö oder Weihnachtszeit (PW bei mir))

Sie sind schon schön, diese Pikkujoulus... n'paar Bilder:

Joulutorttu, Blätterteiggebäck mit Pflaumenmarmelade in der Mitte


Piparkakku, zu Deutsch: Pfefferkuchen... naaa? Die kennen wir doch auch. Geschmacklich liegen sie zwischen Lebkuchen und Spekulatius, ziemlich genau bei holländischen Pepernoten.


Glögi... Nein, es ist nicht Glühwein/Punsch. Da bestehen die Finnen drauf. Genauso wie 'piimä' ganz sicher nicht Buttermilch ist. Es schmeckt zwar beides genau gleich, aber es ist definitiv nicht dasselbe. :D So, nachdem das geklärt wäre:
Glögi ist kein finnisches Wort. Es kommt aus dem Schwedischen von Glögg. Und ist (m.M.n.) eine Art Punsch. Mit dem grossen Unterschied allerdings, dass er in Finnland meist alkoholfrei ausgegeben wird, und der Alkohol in Form von Wodka oder anderem Hochprozentigem hinterher beigefügt wird. Ausserdem, auch neu für mich, man tut vor dem Trinken normalerweise ein wenig Mandel(stückchen) und Rosinen hinein. Ändert den Geschmack kaum merklich, gibt aber ein lustiges Trink-...oh, da ist ja ein festes Stückchen-kau...-schluck-Gefühl.
Auch interessant vielleicht: Glögi wird oft in solchen Gläsern (wie auf dem Foto) ausgeschenkt. So, oder so ähnlich...


Adventskalender kennt man hier in Finnland auch. Am Weihnachtstag oder einen davor wird der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt, von allen gemeinsam normalerweise, bzw. von den Kindern.

Typisch Finnisch ist es übrigens, über Weihnachten gar nicht in Finnland, sondern iwo im warmen Süden zu sein. Marion zum Beispiel verbrachte Weihnachten in Alaska (so der Name des Anwesens ihrer "Grosseltern" ), da ihre Gastfamilie nach Brasilien gereist war. Meine Familie war letztes Jahr in Thailand. Andere gerne bereiste Orte sind u. A. Spanien, Italien, Griechenland und dort gerne auch Inseln. Meer, Sonne, Strand, das scheinen viele Finnen zu mögen während Weihnachten... vermutlich auch, weil die Weihnachtsferien die einzigen Ferien hier sind, die, neben den Sommerferien natürlich, länger als 1 Woche dauern (wenn auch nur unmerklich ).
3.1.07 11:53


Weihnachten für Carola

Nachdem ich jetzt so viel über Weihnachten in Finnland ganz generell geschrieben habe, muss ich wohl noch ein paar Worte drüber verlieren, wies für mich jetzt tatsächlich abgelaufen ist...

Ich fang mal an am 24. morgens. Ich bin um ca. 8 Uhr aufgestanden, hab mich fertiggemacht und als ich um 9 Uhr raufkam, war Frühstück schon fertig. Eines der seltenen Male, dass wir alle gemeinsam waren dabei... Also: Natürlich Riisipuuro mit Kiisseli oder Zimt und Zucker (ich wählte die zweite Variante . Nach kurzer Meckerei von Seiten Elmeris (die ich nicht ganz verstanden habe) fand Juha die erste Mandel. Kurz darauf Elmeri die Zweite... na gut, kein besonderes Glück für mich... Macht nix, ich bin auch mit Normalglück zufrieden .
Um ca. 10.15 haben wir uns auf den Weg zu Juhas Mutter nach Polvijärvi gemacht. Sie ist eine sehr nette, alte Frau, die kein Wort Englisch kann, was die Sache natürlich doppelt interessant macht. Wir sind trotzdem recht gut miteinander ausgekommen .
Recht bald gab es dort schon wieder Esse, Weihnachtsmenue der allerfeinsten Sorte. Um 11.30 fing 'Lumiukko' im Fernsehen an, den ich mir laut meinen Freunden hier unbedingt anschauen müsste, das wäre traditionell hier an Weihnachten... so ähnlich wie bei uns "Dinner for one" an Silvester (was sie hier übrigens nicht kennen).
Die Hälfte hab ich aufgrund des Essens leider verpasst, aber immerhin fast bist zum Ende konnte ich gucken. Da schaltete dann (leider) Mummi (siehste Mommi, da bist du... ) um, da im Ersten der Weihnachtsfriede verlesen wurde. Das ist auch sehr traditionell, um 12.00 Uhr am 24. wird in Turku, Finnlands ehemaliger Hauptstadt der Weihnachtsfriede verlesen, der dann über die Feiertage (25./26.) andauert. Früher wurden an diesen Tagen sogar Verbrechen härter bestraft...
Danach kamen auch noch ein Paar andere Verwandte, z. B. Janne (Juhas Bruder) und Tuomo (noch ein Bruder) mit Frauen und Kindern. Minna, Juha, Annika und ich sind schliesslich auf den nahegelegenen Friedhof gegangen und haben dort eine Kerze für Annikas 'kumi' (Patin) angezündet, die leider schon mit 23 Jahren an Krebs gestorben ist .
Irgendwann sind wir wieder heim, da war es dann so ca. 15 Uhr. Alle trudelten so nach und nach im Wohnzimmer ein, es wurde dunkler und dunkler und Juha verkündete, die Geschenke würden geöffnet, wenn die Laternen angingen... Elmeri war ziemlich ungeduldig und riss erstmal (als die Laternen dann um ca. 15.27 an waren) zwo-drei Geschenke auf. Dann verteilte Annika als (total süsser) Tonttu die restlichen und wir machten uns alle ans Auspacken. Mann mann mann, ich hab so viel gekriegt, ich war echt total erstaunt! Bin irre glücklich!!!
Später am Abend haben wir noch Fernsehen geguckt, gelesen, unsere Geschenke ausprobiert und Annika, Elmeri und ich haben eine Runde Monopoly (nicht ganz fertig) gespielt, da dann die Sauna fertig war.
Schöner Weihnachtstag...
Am 25. fuhren wir dann um ca. 10.00 los zu Mummo und Ukki, die Grosseltern mütterlicherseits, die in der Nähe Kuopios leben. Dort war auch Sami, Minnas jüngerer Bruder. Eigentlich war es dort sehr schön, aber die beiden sind scheinbar nicht gerade arm und leisten sich einen ganz schön luxuriösen Lebensstil, was ich ja an sich nicht schlimm finde... Nur muss man sich da so benehmen... ^^ bin ich gar ned gewöhnt . Also, nicht dass ich es nicht könnte, aber mir gefällt es nicht. Das ist alles so steif und ordentlich... und dann ich *lol*, das kleine Chaos in Person... Nee, nee *kopfschüttel*... nuja, ich habs überlebt und s'war wie gesagt auch ganz okay. Abends wieder heim.
Am 26. hab ich zur Abwechslung mal GAR NIX gemacht. Ausser mit Rocky eine Riesenrunde zu walken (ca. 8 km oder so...) und rumzugammeln.
Der 27. war ein ganz netter Tag... Vormittags lange schlafen, dann kurz zum K-Market hinterm Wäldchen...
Nachmittags war ich eingeladen beim Heikki. Dem seine Eltern sind auch total nett... ich kam hin, iwie gab es dann Tee/Kaffe? und 'ne Kleinigkeit zu essen und wir ham uns unterhalten. Auf Deutsch... . Schliesslich verzogen wir uns an den Computer um ein paar CDs von mir zu kopieren, was so mehr oder weniger nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch funktioniert hat. Lustig wars in jedem Fall... danach hat Heikki noch mit Klavierbegleitung seiner Mam iwas gesungen und wir generell einige Weihnachtslieder. Ich schliesslich auch, eigentlich... ach, ich sollt mich ned immer so zieren, was singen angeht . Jedenfalls kann ich seit diesem Nachmittag zumindest die Melodien von 2 finnischen Weihnachtslieder auswendig: Joulun kellot und Joulupukki.

Das waren so die Weihnachtstage (und einer mehr) für mich... Nette, ruhige, angenehm familiäre Tage waren es, ich bin ernsthaft am überlegen, ob ich das mit diesem Besuchen der Verwandten an den Weihnachtsfeiertagen nicht auch zu meinem Brauch machen sollte... Zumindest derer, die näher dranwohnen... nächstes Jahr hab ich ja Führerschein *hehe*...
Sooo... auf zum nächsten Eintrag: Sylvester... !!!
3.1.07 12:45


Sylvester in Helsinki

Oooohja, Neujahr. Wir ham ja jetz 2007!
Ich wünsche euch allen ein gaaanz wunderbares

ONNELLISTA UUTTA VUOTTA


Ich bin am 28. Dezember ja nach Savonlinna zur Anna-Zarah gefahren. Am selben Tag noch waren wir Schwimmen und ich habe Abends einen Teil ihrer Kirchengruppe schon kennengelernt bei einem Lustigen-Zusammensein-Abend bei einer ihrer Freunde.
Am 29. waren wir wieder Schwimmen, gemeinsam mit Maria, der Tochter A-Zs tukihenkilö. Abends ham wir "Love actually" geguckt und einen totaaal leckeren Salat gegessen.
Der 30. War ein absoluter Rumgammeltag, mit "Jersey Girl" nachmittags und "Gilmore Girls" (I like 'em) am Abend.
Aber dann.
Morgens am 31 stand ich um viertel von 6 auf um zu Duschen. Um zwanzig vor 8 wurden wir abgeholt von ein paar Freunden Anna-Zarahs und wir fuhren zum Bus nach Savonlinna. Dort bekam ich den Platz ganz hinten rechts in der Ecke, neben Anna-Zarah neben Kauri neben Juho... (uninteressanter Juho , aus Juho-Aspekten heraus jedenfalls. Ansonsten netter Typi). Später kam noch Teemu, der sich auch in diese Reihe quetschte.
Naja, Busfahrt... war Busfahrt halt. Zwischendurch mal mit Pause zum Karjalanpiirakkakaufen, dann weiter... um ca. 14 Uhr oder so waren wir schliesslich da.
Erste "Überraschung", das "Konzert" ist in einer Kirche. Na gut, man kann sich das nicht wie eine katholische Kirche vorstellen, ist eben Freikirche (oder evangelisch???). Jedenfalls war vorne wo eigentlich sonst der Pfarrer (im katholischen) ist, alles verhängt und die Bänd war da. Nu jut...
Wir sind erstmal nach Helsinki Zentrum gelaufen, wo wir ein wenig Shoppen waren (H&M, Accecoires, Lindex, Vero Moda,...), und bei McDonalds. Ich weiss nicht, ob ich Helsinki mag oder nicht. Die Leute guckten uns alle ziemlich griesgrämig entgegen, bestenfalls neutral. Aber so ähnlich ging es mir am Anfang ja mit Berlin auch... und nach einer Woche liebte ich es. Keine Ahnung... vielleicht werd ichs ja nochmal rausfinden.
Später wieder (durch den Regen) zurück zur Kirche, in der Toilette "frischmachen" (sprich Haaretrocknen unterm Händeföhn *g*).
Das eigentliche "Konzert" entpuppte sich als Praiseveranstaltung, wogegen ich aber auch nichtst hatte... Am Anfang war es etwas gewöhnungsbedürftig aber schliesslich ist es eigetnlich sehr schön, mit anderen gemeinsam zu singen, beten und sich zu freuen... doch. Nur die Predigten fand ich... n'bisschen Banane. Naja, da kommt dann meine Erziehung wieder durch, ne Mommi? *lol*... Ich hab dich lieb.
Den Jahreswechsel an sich verbrachte ich auf einer Kirchenbank stehend, singend und tanzend. Mal was anderes, oder? Ich glaub, das war eines der denkwürdigsten Sylvester, die ich je erlebt habe. Typisch Finnisch ist es allerdings nicht. In Joensuu sollen wohl um die 20000 Leute gewesen sein für ein 'ilotuli' (Feuerwerk). Stellt euch das mal vor, 20000 Leute in Joensuu!!!!! Die Welt geht unter! . Meine Familie hat auch Zinngiessen (Bleigiessen) gemacht und es gibt wohl typisch zu Silvester eine Käseplatte und Würstchen. Davon hab ich nichts mitbekommen. Mein erstes Sylverster komplett ohne Feuerwerk... und ich habs offen gestanden nicht sehr vermisst.
Nachts um 2 fuhren wir wieder ab nach Savonlinna, wo wir um ca. 6.30 morgens ankamen. Zuhause fielen A-Z und ich fast ins Bett, nach dem "Mittagessen" um 14 Uhr fuhr ich dann um 16.10 zurück nach Joensuu... War ne echt schöne Zeit...

Und jetzt! Jetzt hol ich mir einen Kaakao und setz mich gleich dann in mein 'terveystieto' *gähn*... Warum hab ich dieses Fach gewählt?
*winks*, hab euch soooo lieb, jetz hattet ihr aber mal was zu lesen und gucken, ha? *knutschaaa*, ett MiKKi
3.1.07 13:07


Heute schon eine Herausforderung gehabt?

In einem kleinen Dorf wohnte einst ein Mädchen mit dem Namen Barbara. Barbara war in der ganzen Gegend für Ihren ausgezeichneten Rhabarberkuchenbekannt. Weil jeder so gerne Barbara's Rhabarberkuchen aß nannte man sie Rhabarberbarbara. Rhabarberbarbara merkte bald, dass sie mit ihrem Rhabarberkuchen Geld verdienen könnte. Daher eröffnete sie eine Bar: Die Rhabarberbarbarabar. Natürlich gab es in der Rhabarberbarbarabar bald Stammkunden. Die bekanntesten unter Ihnen, drei Barbaren, kamen so oft in die Rhabarberbarbarabar um von Rhabarberbarbaras Rhabarberkuchen zu essen, dass man sie kurz die Rhabarberbarbarabarbarbaren nannte. Die Rhabarberbarbarabarbarbaren hatten wunderschöne dichte Bärte. Wenn die Rhabarberbarbarabarbarbaren ihren Rhabarberbarbarabarbarbarenbart pflegten gingen sie zum Barbier. Der einzige Barbier, der einen Rhabarberbarbarabarbarbarenbart bearbeiten konnte, wollte das natürlich betonen und nannte sich Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbier. Nach dem Stutzen des Rhabarberbarbarabarbarbarenbarts geht der Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbier meist mit den Rhabarberbarbarabarbarbaren in die Rhabarberbarbarabar, um mit den Rhabarberbarbarabarbarbaren von Rhabarberbarbaras herrlichem Rhabarberkuchen zu essen.

Wenn Du dies fehlerfrei lesen kannst, darfst Du Deinen Führerschein behalten.
6.1.07 20:25


Ich werde studieren.

Und zwar was? LINGUISTIK. Bestimmt so sicher, wie ich Tomatensuppe mag. Oder Tortellini. Oder am besten beides zusammen.

Hier eine kleine Beschreibung von einem mir unbekannten, aber bestimmt ganz netten und lustigen Martin:

ASWler über ASW
Wenn man auf einer Party gefragt wird: "Sag' mal, was studierst du eigentlich?" und man antwortet: "Sprachwissenschaft", oder, denn vielleicht ahnt man schon Böses, und glaubt, den anderen damit mundtot machen zu können: "Linguistik", dann gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie das Gespräch weitergehen könnte. Beide fatal.

Die erste: der Gesprächspartner zeigt sich völlig unbeeindruckt und kommt, wie er glaubt, sofort zum Wesentlichen, Gegenfrage: "Und was macht man später mal damit?" Wir verfolgen diesen Fall nicht weiter, sondern wenden uns der zweiten Möglichkeit zu.

Der Gesprächspartner ist beeindruckt, will aber näheres wissen: "Und was macht man da so?" Was wäre da zu antworten? Eine der Paradoxien dieses Faches liegt offensichtlich darin, dass es sich mit einem Gegenstand befasst, den jeder kennt, den jeder täglich benutzt, der uns umgibt, ohne den wir unfähig wären zur allerkleinsten kulturellen Leistung, der tagtägliche Anlass gibt zu unzähligen Witzeleien, Ärgernissen, Vergnügungen gibt - mit einem Gegenstandsbereich, der allgegenwärtig ist - dass aber die Wissenschaft, die sich mit ihm beschäftigt, so gut wie unbekannt ist. Fast jeder hat schon einmal über Sprache nachgedacht, aber was Sprachwissenschaft ist, weiß kaum jemand.

Was könnte man dem neugierigen Gesprächspartner antworten? Um ihm bei seiner vermutlich nächsten Frage ("ja, und welche Sprache denn?") gleich zuvorzukommen, müsste man klarstellen, dass Sprachwissenschaft keine Philologie ist, sich also nicht mit der Entwicklung einer Einzelsprache und der in ihr verfassten Literatur beschäftigt, sondern vielmehr mit der "Sprache an sich". Mit dem also, was noch vor aller Literatur steht, nämlich mit der Sprache als einem System von Regeln (zur Erzeugung korrekter Sätze) oder als einem System von Verhaltensweisen (im sozialen, im kommunikativen Kontext). Die globale Frage könnte platt so formuliert werden: Wie funktioniert das eigentlich? Wie produzieren wir, wie verstehen wir Sprache? Was passiert im Kopf des Sprechers beim Sprechen? Hierbei stellt sich dann auch die Frage nach dem mentalen Status von Sprachregeln: Inwiefern werden Sprachregeln, wird Grammatik "gewusst"? Wie werden Sprachregeln vom Kind gelernt? Lässt sich so etwas wie eine mentale Grammatik konstruieren, die die Ereignisse im Kopf des Sprechers oder des Hörers abbildet? Ein weiteres Problem betrifft die wissenschaftliche Beschreibung solcher Regeln, die Frage wie man eine Sprache möglichst einfach und elegant beschreiben kann.

Bis vor wenigen Jahrhunderten wurden auf der Erde schätzungsweise 4000-5000 Sprachen gesprochen (ein großer Teil davon ist im Zuge von Eroberungen und Kolonialisierungen, sowohl militärischen als auch kulturellen, für immer von der Erde verschwunden). Woher diese Vielfalt? Wie kommt es, dass sich Sprachen wandeln, dass Sprachgemeinschaften sich voneinander entfernen? Ist diesen Veränderungen ein Rahmen gesetzt, den keine Sprache sprengen kann, oder ist letztlich jede Struktur möglich? Mit anderen Worten, gibt es Vorgaben, die die Strukturen aller Sprachen festlegen, gibt es Eigenschaften, die allen Sprachen gemein sind (sogenannte Universalien)? Und, eng damit verbunden: Lassen sich Sprachen aufgrund ihrer Strukturmerkmale in Gruppen klassifizieren, ähnlich den Pflanzen und Tieren? Zur Beantwortung dieser Frage ist eine sorgfältige Beschreibung aller Sprachen der Welt nötig, um sie untereinander vergleichbar zu machen. (Dieser letzte Gesichtspunkt, das Forschen nach Universalien, ist unter anderem ein Schwerpunkt der Uni Köln).

"Ist ja alles ganz interessant", unterbricht uns unser Gesprächspartner, "aber ihr könnt doch wohl nicht hunderte von Sprachen lernen, oder?" Natürlich nicht, könne man antworten, aber die Auseinandersetzung mit der einen oder anderen "exotischen" Sprache, die nicht zur Familie der indoeuropäischen Sprachen gehört, ist ein wichtiger Teil des Studiums, der zu einem großen Teil seinen Reiz ausmacht. Das Studium der Sprachwissenschaft vermittelt das "Handwerkszeug", dessen Beherrschung Voraussetzung für die Beschäftigung mit den oben genannten Fragestellungen ist. Man lernt zunächst einmal die Methoden, das Analysewerkzeug, die grundlegenden Begriffe, Definitionen und ihre Anwendung, sowie die derzeit gesicherten Erkenntnisse. Es wird ein Blick dafür vermittelt, was ein sprachliches Phänomen ist und wie sprachliche Erscheinungen erkannt und klassifiziert werden können.

Am Anfang des Studiums stehen Fragen wie diese: Was sind die kleinsten Bestandteile der Sprache? Sätze? Wörter? Silben? Oder etwas ganz anderes? Was ist eigentlich ein Verb? Kann man Wortarten auch sprachübergreifend definieren, und wenn ja, wie? Können Tiere sprechen? Was ist einzigartig in menschlicher Kommunikation? Welche Bildungsmechanismen für Wortformen gibt es? Welche Sprachlaute gibt es? Wie spricht man Walesa (viele komische Sonderzeichen... ? ) eigentlich wirklich aus? Wie ist das Verhältnis zwischen sprachlichem Zeichen, seiner Bedeutung und der "Außenwelt" beschaffen? Warum ist eine Rindswurst aus Rind, eine Bauernwurst für gewöhnlich aber nicht aus Bauer? Warum kann man nicht sagen *this bridge was slept under? Warum kann man sagen: Schon früh schrieb Mozart seine erste Oper, aber nicht: *Es ist schon früh? Die Linguistik ist was für Leute, die solche Fragen nicht von vornherein albern finden.

Der Gesprächspartner ist sichtlich baff, greift zum Sektglas, nimmt einen tiefen Schluck, als wäre ihm ein Allomorph in den falschen Hals geraten, und setzt zu einer Frage an. Aber wir wissen schon, was jetzt kommt. "Und was macht man später mal damit?" Sei's drum.


(Quelle: http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifl/fachschaft/).

Und damit... bis bald!
LG, Caroly
15.1.07 19:43


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